
"… im Schreckensjahr 1933 … geschah etwas, das sogar die Bürgerlichen in Köln erzittern ließ: im … Juli fand in Köln ein Prozeß gegen siebzehn Mitglieder des Rotfrontkämpferbundes statt, wegen Mordes in zwei Fällen, … an den soeben von der KPD zu den Nazis konvertierten SA-Leuten Winterberg und Spangenberg…. Aber siebzehn Mörder? … im September wurden sechs der siebzehn Angeklagten zum Tode verurteilt und am 30. November im Klingelpütz mit dem Handbeil hingerichtet. … Am Tag der Hinrichtung hing Schrecken über Köln, … ich machte keine frivolen Bemerkungen über Hitler mehr, nur noch zu Hause und auch dort nicht in jedermanns Gegenwart."
Was soll aus dem Jungen bloß werden..., 1981. In: Heinrich Böll, Kölner Ausgabe Band 21, Jochen Schubert (Hg.), Köln: Kiepenheuer & Witsch, S. 402-403.
