Ein Anruf im zuständigen Dezernat VI der Stadt Köln für "Planen, Bauen und Entwicklung" zeigt aber, dass wir so einfach nicht weiterkommen: Herr Streitberger ist nicht zu sprechen, und zu dem Thema Böll-Platz kann man uns dort keine Auskunft geben. Denn das Problem mit der Lärmbelästigung, so viel erfahren wir, liegt in der mangelhaften Pflasterung des Platzes begründet. Wir werden deshalb an das Amt für Straßen- und Verkehrstechnik in Kalk verwiesen.
Also auf nach Kalk! Doch die Amtsleitung ist mittlerweile umgezogen – von einer freundlichen Sekretärin werden wir in das Stadthaus nach Deutz geschickt. Wo finden wir dort den zuständigen Beamten? "Zwölf Hertha 45", gibt sie uns mit auf den Weg. Wir wünschen einen schönen Tag.

In Deutz angekommen, machen wir einen erneuten Versuch, den richtigen Ansprechpartner für den Böll-Platz zu befragen. Doch der Zuständige auf, in oder bei "Zwölf Hertha 45" ist schon im Feierabend. Wir sprechen bei seinem Kollegen von der "Abteilung Bauausführung" vor. Durch ihn erfahren wir, was es mit der ominösen Pflasterung auf sich hat: Die Steine des Böll-Platzes seien von Anfang an nur mangelhaft im Boden verankert gewesen: "Die konnte man mit der Hand aus dem Boden ziehen. Oder über die lockeren Steine fallen. Ist auch öfter passiert."
Eine Komplett-Sanierung sei jedoch nie in Frage gekommen, weil es sich bei dem Platz um ein Environment-Kunstwerk des israelischen Künstlers Dani Karavan handele. Da dürfe man nichts Wesentliches verändern.
Damit das Kunstwerk aber nicht zur löchrigen Stolperfalle verkomme, habe man das Pflaster nach diversen Bürgerbegehren vor ein paar Jahren für mehrere Millionen Euro fest verankert. Eine mühselige Arbeit, bei der jeder einzelne Stein mit einer Betonspritze verfugt wurde. Jetzt "könnte man über den Platz gehen", so der Beamte, wenn da nur nicht die Sache mit der Lärmbelästigung wäre. Die aufwändige Prozedur verbessert die Akustik nämlich keineswegs.
Im Klartext: Der Platz sieht jetzt hübscher aus, darauf laufen dürfte man auch – aber nur auf Socken.
Ein paar Lichtblicke in Köln gab es auch für Heinrich Böll. Hier erzählt er von seinen Lieblingsplätzen, die er Freunden gerne zeigte, wenn sie in Köln zu Besuch waren.
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