Um das alte Problem zu lösen, bräuchte man Geld, viel Geld, zum Beispiel für Schallschutzmatten oder eine Erhöhung des Daches; "ziemlich unwahrscheinlich" sei es, dass die Stadt dafür noch mal mehrere Millionen opfere.
Kostengünstiger sind offensichtlich die fünf oben vorgestellten Wachmänner, die während der täglichen Proben und Aufführungen dafür sorgen müssen, dass der Platz nicht genutzt wird – ein Provisorium, das zum Dauerzustand geworden ist.
Und wie ist man auf die Idee gekommen, Kölns prominentesten Künstler zum Namensvetter ausgerechnet dieses Platzes zu machen? Dazu kann der Herr von der "Bauausführung" auch nichts sagen. Er verweist uns aber zum Katasteramt. Dort könne man uns die ganze Geschichte erzählen.


Also ziehen wir weiter, diesmal zu "Zehn Emil 28". Sofort fällt uns das Faksimile eines Straßenschildes auf, welches über der Bürotür unseres hoffentlich endgültigen Ansprechpartners prangt. Dank einer Sondergenehmigung durfte er "Zehn Emil 28" zu seinem persönlichen Platz machen; auf dem Straßenschild ist in dicken Lettern sein Name zu lesen.
Ein Mann voller Ideen, so scheint es. Erwartungsvoll klopfen wir an, doch ohne Erfolg. Es ist kurz nach zwölf, und das Katasteramt ist genauso verwaist wie der Heinrich-Böll-Platz bei einer Posaunenprobe.
Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg erlebte Böll die Bebauung seiner Heimatstadt als planlos und monströs. Die nachbarschaftliche Stadt, die er kannte und liebte, verschwand Stück für Stück – und wich einem Ort, der ihm immer befremdlicher erschien. Lesen Sie hier mehr über das Verhältnis des Autors zu seiner Geburtsstadt.
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