Heinrich Böll hat dem Strom durch seine Stadt immer eine besondere Bedeutung beigemessen. Der Rhein sei ihm sogar wichtiger als Köln, hat er einmal in einem Interview mit Werner Koch gesagt. In einer Collage aus Zitaten und Bildern lassen wir Heinrich Böll sprechen: Über den Fluss als Rückzugsort, seinen Geruch, seine Melancholie, seine Verschmutzung und nicht zuletzt seine Majestät.
"Es ist schwer zu definieren, was Sympathie erweckt: Jedenfalls vieles in Köln erweckt sie, und ich weiß nicht, ob der Geruch des Rheins nicht so bedeutsam ist wie der Dom."
(Alle Zitate: Böll, Viktor [Hrsg.]: Heinrich Böll und Köln. Köln: Emons, 1990, hier: S. 126)




"Der Rhein war Straße und Grenze zugleich, nicht Grenze Deutschlands, nicht Sprachgrenze, er trennt anderes voneinander als Sprachen und Nationen."
(S. 140)



"Das neunzehnte Jahrhundert erst brachte den Erzfreund und Erzfeind: den Touristen. Der Rhein wurde Ware. Landschaft ließ sich in klingende Münze verwandeln, Landschaft, die eine unersetzliche Eigenschaft bewies: Sie war unverschleißbar."
(S. 145)