"Wenn ich nachträglich feststelle, dass vom Musik- und Zeichenunterricht fast nichts haften geblieben ist, so möchte ich das nicht den Lehrern anlasten: Es ist traurig und schade, und ich leide heute noch unter dieser 'verlorenen Zeit'. Vielleicht lag es daran, dass die 'gesellschaftliche Stellung' dieser Lehrer als Nichtakademiker unter Akademikern – dieses leidige deutsche Ressentiment – sie und uns unsicher machte. Aber es bleibt dabei: geblieben ist davon fast nichts."
(S. 108)
Die Gesellschaft und die Eltern müssen genauer hinschauen. Längst haben wir uns daran gewöhnt, dass ein Teil der Menschen an Bildungsprozessen nicht mehr teilnimmt. Das wird teilweise auch über die Medien transportiert. Junge Menschen sind nicht sehr zukunftsbewusst. Momentan lassen wir sie einen Weg gehen, der ihnen selber Schaden zufügt. An solchen Stellen sollten wir mehr steuern, aber nicht um repressiv zu sein, sondern um es ihnen nicht so leicht zu machen, sich ihre eigene Zukunft zu verbauen. Jeder hat einen „inneren Schweinehund“ und jeder muss lernen, diesen Hang zur Bequemlichkeit zu überwinden. Manchmal müssen sich Jugendliche durch eine Sache durchbeißen. Sie sollten lernen, dass es ein gutes Gefühl sein kann, eine schwierige Sache gemeistert zu haben.
(Elke Ostbomk-Fischer)
Die ideale Schule wäre, wenn die Lehrer immer auf die speziellen Interessen der Schüler eingehen könnten. Wenn sie ein Angebot machen könnten, zu dem sich jeder Schüler nach Interesse einwählt. Wenn ein Schüler Interesse an Astrologie hat, dann sollte er dieses Fach nutzen, um seine Wissbegier zu stillen. Ein anderer hat vielleicht Interesse an Physik oder Kunst und belegt dieses Fach. So eine Schule bietet Ansatzpunkte für jeden Schüler. Das kann aber die Schule von heute noch nicht leisten.
Dennoch versuchen wir verschiedene Projekte zu realisieren. Wir arbeiten mit anderen Institutionen und Künstlern zusammen. Wir gehen mit unseren Schülern hinaus ins Leben und versuchen auch, das Leben in den Unterricht zu holen. Die Schüler sollten aufmerksam darauf gemacht werden, was wichtig ist zu lernen und wie man lernt, aber nicht fertige Antworten vorgesetzt bekommen. Wir vermitteln unseren Schülern keine Ideologie. Schüler sollten kritisch sein und hinterfragen.
(Ursula Merz)