
Der Roman "Billard um halb zehn" lässt eine Vielzahl von vermutlichen Kölner Schauplätzen erkennen, die Ihnen mit ausgewählten Zitaten, Audios, vertonten Bildergalerien (1, 2, 3) näher gebracht werden.
"Drei Generationen einer rheinischen Architektenfamilie werden sich an diesem 6. September 1958 versammeln, um den achtzigsten Geburtstag ihres Oberhauptes zu feiern. Heinrich Fähmel hatte 1907 den Auftrag erhalten, die Abtei St. Anton zu erbauen. Sein Sohn Robert – er spielt täglich von halb zehn bis elf im Hotel Prinz Heinrich Billard – hat als Sprengmeister der Wehrmacht diese Abtei in den letzten Kriegstagen zerstört. Der Enkel Joseph wird am Wiederaufbau beteiligt. In den Gesprächen Roberts mit dem Hotelboy, in Rückblenden und Erinnerungen seines Vaters verknüpfen sich Vergangenheit und Gegenwart, werden die Situationen der einzelnen Zeitabschnitte deutlich."
"Der Grundkonflikt, den Böll dabei mit der Symbolik vom "Lamm" und vom "Büffel" thematisiert, ist der Konflikt zwischen den selbständig denkenden und handelnden Einzelnen und der opportunistischen Mehrheit." Quelle: www.kiwi-verlag.de
"Der Schatten von Sankt Severin war näher gerückt, füllte schon das linke Fenster des Billardzimmers, streifte das rechte; die Zeit, von der Sonne vor sich hergeschoben, kam wie eine Drohung näher, füllte die große Uhr auf, die sich bald erbrechen und die schrecklichen Schläge von sich geben würde; weiß über grün, rot über grün rollten die Kugeln; Jahre zerschnitten, Jahrzehnte übereinander gehäuft und Sekunden, Sekunden wie Ewigkeiten serviert mit ruhiger Stimme ..."
Zitate aus: Heinrich Böll Werke. Kölner Ausgabe. Band 11. Billard um halb zehn (1959). Hg. v. Frank Finlay und Markus Schäfer. (Kiepenheuer & Witsch) Köln 2002. Mit Kommentar und Anhang
Bölls Roman "Billard um halb zehn" bildete die Vorlage zum Film "Nicht versöhnt" von 1964/65. FilmInitiativ Köln e.V. informiert über diesen und andere "Kölner" Filme.
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