
"Ich bin ein Clown, offizielle Berufsbezeichnung: Komiker, keiner Kirche steuerpflichtig, siebenundzwanzig Jahre alt, und eine meiner Nummern heißt: Ankunft und Abfahrt."
Heinrich Böll erzählt in 'Ansichten eines Clowns' die tragische Geschichte eines melancholischen, knieverletzten Clowns namens Hans Schnier. Drei Stunden lang versucht Schnier in seinem betrunkenen, physisch und psychisch angeschlagenen Zustand über die Tatsache hinweg zu kommen, dass Marie – die Liebe seines Lebens – ihn verlassen hat. Schuld daran seien die Katholiken, insbesondere Züpfner und der 'Kreis fortschrittlicher Katholiken'. Sie haben ihm Marie weggenommen.
Der in 1963 erschienene Roman löste in den Feuilletons deutscher Zeitungen heftige Diskussionen aus. Böll kritisiert in 'Ansichten eines Clowns' insbesondere die enge Verbindung von Kirche, wirtschaftliche Interessen und Macht.
"Ich habe doch nur eine harmlose Liebesgeschichte erzählt (...) Ich verstehe die Aufregung bis heute nicht", sagte Heinrich Böll 1982 in einem Radiointerview.
"... ich befinde mich, was Religion, Kirche etc. betrifft, in einem ausgesprochen vulgären Zustand ..."
Mehr >>>