Alfred Horné bat Heinrich Böll 1957 um Zusammenarbeit bei der Veröffentlichung eines Buches. Es sollte um 'Das Wirken der Kirche und den Vollzug der Politik' gehen, um 'Die Frage nach dem Verhältnis von Christ und Staatsbürger'.
Horné bestätigte den Eingang von Bölls Beitrag und freute sich über die 'inhaltlichen Übereinstimmungen' und darüber, dass einige Formulierungen gelegentlich sehr deutlich zum Ausdruck gebracht wurden. Geplant war eine Sendung im Süddeutschen Rundfunk. Aufgrund der massiven und überaus deutlichen Kritik an der katholischen Kirche als Institution wurde der Beitrag abgesetzt.
Hans Bausch, Intendant des Süddeutschen Rundfunks und CDU-Mitglied, verschob zunächst die Ausstrahlung des 'Briefs'. Es kam zu einem persönlichen Gespräch zwischen Bausch und Heinrich Böll.
Wenige Tage nach dem Gespräch mit Böll sagte Bausch die Aufnahme der Sendung 'Brief an einen jungen Katholiken' im Süddeutschen Rundfunk ab.
"Gewiß wundern Sie sich, daß ich Ihnen das alles schreibe und es Ihnen nicht an jenem Abend bei Pfarrer U. erzählte; das hat einen Grund, den ich Ihnen nicht verschweigen will: Ich bringe es nicht mehr über mich, in Gegenwart von Pfarrer U. über Dinge zu sprechen, die mir ernst sind; ich kenne Pfarrer U. schon länger als zwanzig Jahre; damals sprachen wir über Bernanos und Bloy (wobei Pfarrer U. wie allen anderen deutschen Katholiken, von einigen Ausnahmen abgesehen, immer wieder bis heute der Irrtum unterläuft, Bernanos für einen linken Katholiken zu halten, womit sie nur beweisen, daß sie noch rechts von Bernanos stehen - aber das wäre eines besonderen Exkurses wert, wieviel verhängnisvolle Irrwege aus diesem Irrtum zu erklären sind)." (S. 450-451)
Literatur: Heinrich Böll Werke. Kölner Ausgabe. Band 10. Brief an einen jungen Katholiken (1958). Hg. v. Viktor Böll. (Kiepenheuer & Witsch) Köln 2005.

Religion und Kirche wurden besonders in zwei Roman thematisiert:
"Ansichten eines Clowns"
"Und sagte kein einziges Wort"
In einem Statement aus dem Jahre 1964 äußert sich Heinrich Böll zu den kirchlichen Gremien und dem Laienkatholizismus.
"... ich befinde mich, was Religion, Kirche etc. betrifft, in einem ausgesprochen vulgären Zustand ... ."
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