Hans Schnier, der trostlos melancholische Clown aus 'Ansichten eines Clowns', hat den Katholiken großes Verständnis und gar Sympathien entgegen gebracht, bis sie ihm die Liebe seines Lebens genommen haben, Marie. Hans und Marie bezeichnen die körperliche Liebe als 'die Sache'. Sie sprechen nicht über 'Beischlaf', 'Sex' oder 'Liebe machen', sie nennen es 'die Sache'.
"Ich litt auf eine kaum noch erträgliche Weise unter dem, was in Maries religiösen Büchern irrtümlich als 'fleischliches Verlangen' bezeichnet wird."
Hans und Marie sind nicht verheiratet, sie leben in wilder Ehe und diese Tatsache macht Marie immer mehr zu schaffen, weil sie sich als Katholikin an die Moralvorstellungen der Kirche gebunden fühlt. Überspitzte Moral wird von Böll in 'Ansichten eines Clowns' heftig kritisiert; das klein karierte Denken der Nachkriegszeit und die strengen Moralvorstellungen der Kirche verurteilt.
Maries Vater spricht von der 'verlogenen sexuellen Moral der Gesellschaft' und Hans zeigt, welch unmenschliches all diejenigen durchmachen müssen, die versuchen, ihr gerecht zu werden.
"Dann fing sie ganz plötzlich an zu weinen, und ich fragte sie, warum sie denn jetzt weine, und sie flüsterte: 'Mein Gott, ich bin doch katholisch, das weißt du doch...', und ich sagte, daß jedes andere Mädchen, evangelisch oder ungläubig, wahrscheinlich auch weinen würde, ..."
Literatur: Böll, Heinrich 1997: Ansichten eines Clowns. dtv, München (Neuaufl.)