
Bölls positiv geprägte Protagonisten stehen in Konflikt mit Kirche und Gesellschaft. Sie vollziehen religiöse Handlungen, sie empfangen die Sakramente und leben die Liturgie, aber sie vollziehen Glaube nicht nur durch Rituale, sondern verbinden auch im Alltag Gottes- mit Nächstenliebe und beherzigen dabei die 'Sieben Werke der Barmherzigkeit' und ihr Vorbild Jesus Christus.
In dem Roman 'Und sagte kein einziges Wort' ist die Imbissstube der Ort, an dem Nächstenliebe praktiziert wird: Hier treffen sich die Bogners, ein Priester, mit dem sowohl Käte als auch Fred zusammenkommen, welcher den Hass auf die Oberen der Kirche kennt. Und auch das Mädchen der Imbissbude begegnet Bogners hilfsbereit und großzügig. So repräsentiert sie Barmherzigkeit, Wärme und Nächstenliebe. Fred beobachtet sie beim Empfang der Kommunion und schließt: "Sie ist sehr fromm".
Böll verdeutlicht: Menschlichkeit ist das eigentlich Christliche.
Literatur: Nielen, Manfred 1987: Frömmigkeit bei Heinrich Böll. Verlag Thomas Plöger, Annweiler. 66-69
"... ich befinde mich, was Religion, Kirche etc. betrifft, in einem ausgesprochen vulgären Zustand ... ."
Mehr >>>
"... die Tatsache, daß religiös, auf christliche Weise religiös, nicht kirchlich bedeutet, ist mir sehr früh vertraut gewesen ... ."
Mehr >>>